{"id":11283,"date":"2026-06-12T14:57:30","date_gmt":"2026-06-12T12:57:30","guid":{"rendered":"https:\/\/huebner.io\/2026\/06\/zwei-tage-ein-prototyp\/"},"modified":"2026-06-12T14:57:30","modified_gmt":"2026-06-12T12:57:30","slug":"zwei-tage-ein-prototyp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/huebner.io\/en\/2026\/06\/zwei-tage-ein-prototyp\/","title":{"rendered":"Zwei Tage. Ein Prototyp."},"content":{"rendered":"<div class=\"beehiiv\">\n<div class=\"beehiiv__body\">\n<p class=\"paragraph\"><b>Seit dem 2. Februar 2025 verlangt die europ\u00e4ische KI-Verordnung von Unternehmen, dass ihre Mitarbeitenden \u00fcber ausreichende KI-Kenntnisse verf\u00fcgen. Ab dem 2. August 2026 greifen die zentralen Vorschriften des AI Act vollst\u00e4ndig. F\u00fcr Liechtenstein gilt die Verordnung \u00fcber den EWR, und \u00fcber das Marktortprinzip betrifft sie jedes Unternehmen, dessen KI-Ergebnisse in der EU genutzt werden.<\/b><\/p>\n<p class=\"paragraph\">Das Datum steht. Die Frage ist nur noch, wie man KI-Kompetenz aufbaut, ohne ein Schulungsprogramm \u00fcber Monate zu ziehen.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Diese Woche haben wir eine Antwort live getestet. Mit 20 jungen Founderinnen und Foundern der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen. Zwei Tage, f\u00fcnf KI-Gesch\u00e4ftsmodelle, am Ende ein Pitch vor einer Jury aus Unternehmern. Was dort funktioniert, funktioniert auch in deinem Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Der erste Tag beginnt nicht mit Folien, sondern mit einer Zeitreise. Augen zu, wir sind im Jahr 2126. Wo wachst du auf? \u201eIn einer Kapsel.&#8221; Was steht in den News? \u201e100 Prozent des Ozeans sind erforscht.&#8221; Gibt es noch Arbeit? Gel\u00e4chter im Raum: \u201eNur noch Freizeit.&#8221;<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Dann die Aufl\u00f6sung: Vor 126 Jahren stellten sich die Menschen das Jahr 2000 mit Dampfloks vor, die Geb\u00e4ude ziehen. Die Use Cases stimmen oft, die Technologie nie. Wer Zukunft gestalten will, schaut zuerst zur\u00fcck. Mit dieser Haltung gingen die Teams in die Arbeit: nicht Technologie raten, sondern echte Probleme finden.<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><span>\ud83c\udf99\ufe0f You prefer to listen to the newsletter? Here is a short, AI-generated audio summary of this issue:<\/span><\/p>\n<div class=\"recommendation\">\n<figure class=\"recommendation__logo\"><\/figure>\n<h3 class=\"recommendation__title\"> In 48 Stunden zum KI-Gesch\u00e4ftsmodell <\/h3>\n<\/div>\n<hr class=\"content_break\" \/>\n<h3 class=\"heading\">Das Problem: Kompetenz aus dem Schulungsraum bleibt nicht h\u00e4ngen<\/h3>\n<p class=\"paragraph\">Viele KMU reagieren auf die Kompetenzpflicht mit dem Reflex \u201eSchulung buchen&#8221;. Das Team sitzt einen Nachmittag im Seminarraum, h\u00f6rt Folien \u00fcber Prompting und geht zur\u00fcck an die Arbeit. Vier Wochen sp\u00e4ter ist das meiste weg.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Der Grund ist einfach: Wissen ohne Anwendung verf\u00e4llt. KI-Kompetenz entsteht dort, wo Menschen mit einem echten Problem, einem echten Werkzeug und einem echten Abgabetermin arbeiten.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Genau das haben wir am Donnerstag und Freitag in M\u00fcnchen aufgesetzt. Julian Thuile (dockyard.ventures) und Hartmut H\u00fcbner (MMIND.ai) moderieren die zwei Tage gemeinsam. Tag 1: aus Alltags\u00e4rger Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln. Tag 2: mit Claude Code und Codex App-Prototypen bauen, Pitch Deck vorbereiten, vor der Jury pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Kein Vorwissen vorausgesetzt. Keine Entwickler im Raum. Trotzdem stehen am Ende f\u00fcnf funktionierende Prototypen.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\n<div class=\"image\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" class=\"image__image\" src=\"https:\/\/media.beehiiv.com\/cdn-cgi\/image\/fit=scale-down,format=auto,onerror=redirect,quality=80\/uploads\/asset\/file\/007bc923-41d0-48ac-944d-9e3e6fde0973\/Foto_Collage__5_.png?t=1781218156\" \/><\/div>\n<h3 class=\"heading\">Das Framework: Drei Hebel f\u00fcr den 2-Tage-Sprint<\/h3>\n<\/p><p class=\"paragraph\"><b>Hebel 1: Strukturierte Methodik statt freies Brainstorming<\/b><\/p>\n<p class=\"paragraph\">Tag 1 folgt einem festen Ablauf. Er beginnt mit der Nagging-Methode: alles aufschreiben, was im Alltag nervt. Jede Beschwerde wird umgekehrt in die ideale L\u00f6sung, dann bewusst \u00fcbertrieben. Aus dem \u00c4rger entsteht die Idee.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Danach kommt Struktur hinein: Golden Circle (warum gibt es das Angebot), Business Model Canvas (neun Bausteine vom Kundensegment bis zur Kostenstruktur), und am Ende die Hypothesen-Matrix. Jede kritische Annahme wird nach Evidenz und Relevanz priorisiert und einer Validierungsmethode zugeordnet: Interviews, Landing Page, Fake-Door-Test.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Das klingt nach Startup-Werkzeug. Es ist aber genauso ein KMU-Werkzeug. Jede Produktidee, jeder neue Service, jede interne Prozessverbesserung l\u00e4sst sich mit demselben Ablauf in einem Tag durchdenken. Die Methodik von Tag 1 liegt als Slide Deck vor. Du kannst sie direkt im eigenen Haus einsetzen.<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><b>Hebel 2: KI als Sparringspartner und Prototypen-Bauer<\/b><\/p>\n<p class=\"paragraph\">Am ersten Tag arbeitet KI als Rechercheur und Kritiker. Die Teams nutzten Claude und ChatGPT f\u00fcr Marktanalysen und Wettbewerbsvergleiche. Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: F\u00fcr eigene Ideen war der pers\u00f6nliche Austausch st\u00e4rker, f\u00fcr die Marktanalyse war die KI schneller.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Am zweiten Tag wechselt die Rolle. Mit Claude Code und Codex werden aus den Gesch\u00e4ftsmodellen klickbare App-Prototypen. Was fr\u00fcher ein Entwicklerteam und sechs Wochen brauchte, schaffen Studierende ohne Programmiererfahrung in einem Vormittag. Nachmittags steht der Pitch.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Ein Projekt haben wir direkt bei <a class=\"link\" href=\"https:\/\/www.llm-bridge.eu\/?utm_source=mmind.space&amp;utm_medium=newsletter&amp;utm_campaign=zwei-tage-ein-prototyp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">LLM-Bridge<\/a> eingereicht, der europ\u00e4ischen Initiative f\u00fcr KI-Startups. Welches, verraten wir am 16. Juni im KI-Caf\u00e9.<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><b>Hebel 3: Peer Learning statt Einzelkampf<\/b><\/p>\n<p class=\"paragraph\">Der dritte Hebel kostet nichts ausser Zeit. Im Erasmus+ Projekt MMIND arbeiten zwei Mastermind-Gruppen mit Teilnehmern aus Liechtenstein und der Region: eine zu KMU-Tools, eine zur Zukunft der Arbeit. Beide bringen Praxisfragen aus Unternehmen zusammen mit Perspektiven aus der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Michael Kolbe, Bereichsleiter Erwachsenenbildung Erasmus+ bei der AIBA in Vaduz, ordnet das so ein: \u201eAus Sicht der Nationalagentur sind solche Projekte ein wichtiger Beitrag, um digitale Kompetenzen zu st\u00e4rken und KI verantwortungsvoll in Wirtschaft und Gesellschaft einzusetzen.&#8221;<\/p>\n<h3 class=\"heading\">Die Reihenfolge<\/h3>\n<p class=\"paragraph\">Erst die Methodik, dann das Werkzeug, dann der Austausch. Wer mit dem Tool beginnt, produziert Prototypen ohne Gesch\u00e4ftsmodell. Wer mit dem Austausch beginnt, redet \u00fcber KI, statt sie einzusetzen. Die M\u00fcnchner Reihenfolge (Tag 1 Struktur, Tag 2 Bau, danach Feedback) l\u00e4sst sich eins zu eins auf ein KMU-Innovationsprojekt \u00fcbertragen.<\/p>\n<h3 class=\"heading\">Was sich konkret ver\u00e4ndert<\/h3>\n<p class=\"paragraph\">Das Muster aus unserer Beratungspraxis: Teams, die einmal einen kompletten Sprint von der Idee bis zum Prototyp durchlaufen haben, stellen andere Fragen. Nicht mehr \u201eWas kann KI?&#8221;, sondern \u201eWelche unserer Annahmen testen wir zuerst?&#8221;. Die Kompetenzpflicht aus dem AI Act ist damit kein Compliance-Thema mehr, sondern ein Nebeneffekt echter Arbeit.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">Und die Geschwindigkeit ver\u00e4ndert die Kalkulation. Wenn ein Prototyp zwei Tage statt zwei Monate kostet, kann sich ein 30-Personen-Betrieb drei Experimente pro Quartal leisten statt einem pro Jahr.<\/p>\n<p class=\"paragraph\">\n<div class=\"image\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" class=\"image__image\" src=\"https:\/\/media.beehiiv.com\/cdn-cgi\/image\/fit=scale-down,format=auto,onerror=redirect,quality=80\/uploads\/asset\/file\/fdfb995d-07dc-4d85-bb20-738b3ac3ee07\/Erasmus%2B_Projekt_Flyer.png?t=1781218338\" \/><\/div>\n<h3 class=\"heading\">Das Sommerprogramm: Vier Termine, kostenlos<\/h3>\n<\/p><p class=\"paragraph\">Das Erasmus+ Projekt MMIND l\u00e4dt im Juni, Juli und August zu vier KI-Caf\u00e9s ein. Alle Veranstaltungen finden im Kloster by b_smart, Duxgass 55, Schaan statt. Die Teilnahme ist kostenlos.<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><b>16. Juni, 16:00 bis 18:00 Uhr \u00b7 AI Act f\u00fcr KMU.<\/b> KI-Kompetenz, Risiko-Einordnung, Governance und Strategie. Impuls der MMIND-Projektpartner mit Nathalie Nipp (ISTRAS). Dazu die Kurzversion der Ergebnisse aus M\u00fcnchen und die Aufl\u00f6sung, welches Projekt bei LLM-Bridge eingereicht wurde. Dieser Termin findet auch online statt.<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><b>7. Juli, 16:00 bis 18:00 Uhr \u00b7 KI und Produktivit\u00e4t.<\/b> Wie ver\u00e4ndert sich die Gesellschaft? Impuls von Josef Brusa (Verein Perspektiv).<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><b>12. August, 16:00 bis 18:00 Uhr \u00b7 KI und Standort.<\/b> Wie bleibt Liechtenstein attraktiv? Mit Marcel Gst\u00f6hl (Mastermind-Gruppe Zukunft der Arbeit) und Theresa Goop (Stiftung Zukunft.li).<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><b>20. August, 17:00 bis 19:30 Uhr \u00b7 Ergebnisse aus den Mastermind-Gruppen.<\/b> Drei Impulse: KI und Fachkr\u00e4fte (Alexander Jeeves), Gesch\u00e4ftsmodelle im Marketing (Nathalie Nipp, ISTRAS) und die AI Compliance Umfrage 2026 (Christian Wind, Bratschi AG, Z\u00fcrich). Auch dieser Abend wird online \u00fcbertragen. Damit sind die beiden Eckpfeiler des Programms auch f\u00fcr Leser ausserhalb der Region zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><a class=\"link\" href=\"https:\/\/forms.gle\/HWSeHCNav8Uhj4G39?utm_source=mmind.space&amp;utm_medium=newsletter&amp;utm_campaign=zwei-tage-ein-prototyp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Anmeldung direkt hier<\/a> mit einem Klick.<\/p>\n<p class=\"paragraph\"><b>Das Projekt MMIND wird durch das Erasmus+ Programm der Europ\u00e4ischen Union kofinanziert.<\/b><\/p>\n<hr class=\"content_break\" \/>\n<h3 class=\"heading\">\ud83c\udfac Video: KI-L\u00f6sungen in 2 Tagen<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"beehiiv__footer\"><br class=\"beehiiv__footer__break\" \/>\n<hr class=\"beehiiv__footer__line\" \/><a target=\"_blank\" class=\"beehiiv__footer_link\" href=\"https:\/\/www.beehiiv.com\/?utm_campaign=b576d3e0-8c09-478d-9152-40f3d82f19cd&amp;utm_medium=post_rss&amp;utm_source=mmind_space_newsletter_lernraum_ki_marktplatz\" rel=\"noopener\">Powered by beehiiv<\/a><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem 2. 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