Tool #8: Bodyscan

Wofür?

Mit »Dialog« meinen wir die Art von Gesprächen, die etwas in uns verändern, wenn wir an ihnen teilnehmen, und die etwas zwischen den Menschen, die an dem Gespräch beteiligt sind, bewegen. Dialoge sind der Ort, an dem wir «riskieren» müssen, authentisch zu sein und einen Raum mitzugestalten, in dem andere das Gleiche tun können (Andersen 2021). Es geht darum, unsere Denk- und Gesprächsgewohnheiten herauszufordern: mit Aufmerksamkeit zuzuhören, mit Absicht zu sprechen und es zu wagen, die Kamera umzudrehen, um uns selbst und die Rollen, die wir innerhalb eines Systems einnehmen, zu sehen. In diesem Dialograum versuchen wir nicht durch Fakten oder intellektuelles Wissen zu verstehen, sondern indem wir eine andere Perspektive einnehmen, durch die Augen und die Geschichte eines anderen Menschen sehen und ein neues Gefühl für die Umgebung bekommen, zu der das diskutierte Thema gehört. Komplexe Themen werden oft von Experten und der Führungsebene von Unternehmen erörtert. Wenn man aber den diversen Stimmen im Unternehmen Raum gibt – den Stimmen der Menschen, die von einer Entscheidung z. B. direkt betroffen sind –, eröffnen sich viel mehr Sichtweisen und blinde Flecken können erkannt werden.

Diese Art von Dialog muss wie ein Muskel regelmässig trainiert werden, um die Qualität eines jeden Gesprächs radikal zu ändern – sei es mit einer Person oder mit Hunderten von Menschen.

Beispiel

Es steht eine wichtige strategische Entscheidung im Unternehmen an, die ausschlaggebend für die nächsten Jahre ist. Die Dialogprinzipien lassen sich auch auf kleinere Entscheidungen anwenden. Hier kommt es auf die Tragweite des Themas an und darauf, wer involviert ist. Daraus ergibt sich die Entscheidung, ob und welche Variante für diesen bewussten Dialog gewählt werden soll.

Wofür?

Die Methode des Bodyscans hat ihren Ursprung in der buddhistischen Vipassana-Meditation und wird als wichtiges Instrument verwendet, um den inneren Zustand zu erspüren (Kirch 2021). Der Bodyscan kann jederzeit ausgeführt werden, um einen Blick nach innen zu werfen und sich durch das sorgsame Erkunden des eigenen Körpers seines inneren Zustands bewusst zu werden. Durch einen Körperscan kann man auf körperlicher Ebene herausfinden, was im Inneren vorgeht, und Zugang zu seiner Gefühlswelt schaffen. Schliesslich hat der innere Zustand grossen Einfluss auf den Inhalt und die Qualität der Interaktionen mit anderen.

Beispiel

Der Bodyscan kann als tägliche innere Gefühlshygiene verstanden und einfach in den Alltag integriert werden. Schon beim Aufwachen oder bei der Fahrt zur Arbeit können Sie mit einem kurzen Bodyscan Spannungen in Ihrem Körper erkunden und bewusst wahrnehmen. «Wie fühlt sich das in meinem Körper an? Wo spüre ich Spannungen in meinem Körper?» Im Businessalltag kann das Tool direkt vor wichtigen Meetings eingesetzt werden. Die Übung eignet sich auch bei herausfordernden Situationen oder schwierigen Entscheidungen.

Worauf es ankommt

  • Beim Bodyscan registriert der Praktizierende achtsam alle auftauchenden Empfindungen.
  • Die Empfindungen werden nicht bewertet, sondern freundlich und wertfrei betrachtet.
  • Alles während des Bodyscans Wahrgenommene wird angenommen, das Angenehme wie auch das Unangenehme.
  • Es geht darum, nicht nur auf kognitivem Weg durch Nachdenken zu tiefen inneren Erkenntnissen zu gelangen, sondern über die körperliche Ebene, denn darin spiegeln sich unsere unbewussten inneren Muster wider.
  • Durch den neutralen Blick auf unsere Körperempfindungen lernen wir, auf das Äussere gelassener zu reagieren und unser automatisch-unbewusstes Reaktionsverhalten zu verringern. Wir können in Alltagssituationen, die uns triggern, bewusst entscheiden, wie wir damit umgehen.
  • Gerade Menschen, die den Zugang zu ihrem Körper und ihrer Gefühlswelt verloren haben, können durch den Bodyscan wieder mehr Bewusstheit und Wahrnehmung erlangen.

Schritt für Schritt

Schritt 1

Sicheren Raum schaffen: Oft fällt es uns schwer, auf Kommando die

Innenperspektive einzunehmen. In einem ersten Schritt möchten wir dafür einen Raum schaffen. Dies kann ein physischer Raum sein, wie ein Zimmer oder Büro, oder ein mentaler Raum, in dem man für kurze Zeit abschalten kann. Mit mehr Erfahrung im Bodyscan kann die Übung durch die Erschaffung eines mentalen Raums überall und jederzeit ausgeführt werden.

Schritt 2

Im Körper ankommen: Dann geht es darum, im eigenen Körper anzukommen und diesen als Ganzes wahrzunehmen. Sie können die Übung auf dem Rücken liegend, im Sitzen oder auch im Stehen ausführen. Zu Beginn empfiehlt es sich, bequem zu sitzen oder die Übung im Liegen auszuführen, wenn Sie nicht allzu müde sind. Indem Sie ein paarmal durch die Nase ein- und durch den Mund wieder ausatmen, signalisieren Sie Ihrem Körper, eine kurze Pause zu machen. Mit jedem Einatmen konzentrieren Sie sich bewusst auf den gegenwärtigen Moment, mit jedem Ausatmen legen Sie die Sorgen und Gedanken ab, die Sie gerade noch beschäftigen.

Schritt 3

Bodyscan: Nun beginnt mit dem gedanklichen Abtasten des Körpers der eigentliche Bodyscan. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit zuerst auf Ihre Zehen, dann Ihre Füsse, Unterschenkel, Knie und so weiter. Gehen Sie Schritt für Schritt weiter, von Körperteil zu Körperteil. Achten Sie genau darauf, wie sich jeder Körperteil anfühlt und was sie dabei empfinden, ohne jegliche Wertung. Seien Sie wie ein stiller Beobachter. Sollten unangenehme oder angenehme Empfindungen auftreten, nehmen Sie diese wahr und lassen Sie diese dann wieder neutral ziehen. Sollten Sie mit den Gedanken abschweifen, bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder ganz bewusst auf den zuletzt betrachteten Körperteil oder helfen Sie sich

mit Ihrem Atem wieder zurück zur Konzentration.

Schritt 4

Nach dem Bodyscan können Sie noch eine Weile ruhen. Sie können

sich kurz strecken und danach – in sich ruhend – zurück an die Arbeit gehen. Mit jedem Bodyscan werden Sie geübter.

Rahmenbedingungen

Dauer:     ca. 5 – 10 Minuten

Format:    gedanklich selbst oder im Rahmen eines geführten Bodyscans mit Trainer:in oder einer Tonaufnahme ausführen

Teilnehmende:  individuell oder im Team (z. B. vor einer Besprechung)

Weitere Informationen zum diesem und anderen Tools zur Bewältigung geschäftlicher Herausforderungen mit kommunikativen Mitteln finden Sie im Buch

«Kommunikation neu gedacht».

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