TFF #30: Erfolgreiche KI-Projekte brauchen einen Business Case, keinen Hype.

Fast jede Führungskraft, mit der ich spreche, spürt den Druck: Man “muss” etwas mit KI machen. Also wird ein Projekt gestartet, ein Tool getestet, ein Budget beantragt. Doch nach dem anfänglichen Enthusiasmus passiert oft … nichts. Das Projekt verliert an Fahrt, versandet im Tagesgeschäft und wird zur “KI-Leiche” im Keller.

Woran liegt das?

Der Grund ist selten die Technologie. Die wahre Ursache, warum so viele KI-Projekte scheitern, ist, dass sie ohne ein klares “Warum” gestartet werden. Sie sind eine Lösung auf der Suche nach einem Problem – angetrieben von Hype, nicht von einem echten Business Case.

🎙️ Du hörst lieber? Hier eine kurze, KI-generierte Audio-Zusammenfassung dieser Ausgabe:

KI-Hype vs. Wertschöpfung: Die Strategie hinter echten Quick Wins für KMU

Um eine KI-Transformation wirklich erfolgreich zu machen, braucht es einen Ansatz mit drei Hebeln, der das Projekt von Anfang an mit Sinn, Energie und Nachhaltigkeit auflädt.

1. Hebel: Einen deiner persönlichen «Pain Points» lösen.

Jede erfolgreiche Initiative braucht einen echten Champion an der Spitze. Und du wirst nur dann zum Champion, wenn die KI ein Problem löst, das dich persönlich schmerzt. Ein Beispiel: Mein “AI Idea Processor” verwandelt meine Gedanken und Ideen von Radfahrten automatisch in strategische Briefings. Er löst meinen persönlichen Schmerzpunkt, wichtige Überlegungen und Inputs im Alltagsstress zu verlieren. Der Nutzen ist für mich direkt und täglich spürbar. Wenn du einen solchen persönlichen Nutzen erfährst, wird KI von einem abstrakten IT-Projekt zu deinem unverzichtbaren Werkzeug.

2. Hebel: Deinem Team einen schnellen Sieg (“Quick Win”) verschaffen.

Gleichzeitig braucht es den Beweis, dass KI auch im Teamalltag einen echten Mehrwert schafft. Das Marketing-Team, das wir analysiert haben, steckte im Hamsterrad des “Immer-mehr”. Durch einen gezielten KI-Co-Piloten wurden Aufgaben nicht einfach gestrichen, sondern intelligent gebündelt und priorisiert. Der Druck fiel ab. Plötzlich war wieder Raum für freies Denken, die Qualität der Arbeit stieg, und das Team konnte sich endlich wieder um seine wichtigsten Stakeholder kümmern. Dass dabei die Agenturkosten um 60% sanken, war ein willkommener Nebeneffekt, aber die wahre Transformation war die zurückgewonnene kreative Freiheit.

3. Hebel: Die Veränderung nachhaltig verankern.

Die ersten beiden Hebel schaffen das Momentum. Dieser dritte Hebel sorgt dafür, dass die Veränderung von Dauer ist. Denn der beste Plan ist nutzlos ohne konsequente Umsetzung. Das bedeutet, die erzielten Einsparungen auch wirklich zu realisieren, Teams neu aufzustellen, Aufgabenprofile weiterzuentwickeln und vor allem: die eigenen Gewohnheiten und die der Mitarbeitenden konsequent umzustellen, damit die neuen Werkzeuge zum Standard werden. Ohne diesen Schritt bleibt die Transformation nur ein kurzes Strohfeuer.

Was macht diesen Ansatz gerade jetzt möglich?

Dieser dreistufige Ansatz ist heute realistischer als je zuvor. Der massive ROI von KI ist belegt, und Werkzeuge wie das neue OpenAI AgentKit oder das “System of Work” von Atlassian mit Rovo und Automations machen die Entwicklung solcher massgeschneiderten Lösungen immer zugänglicher.

Hör auf, dem Hype nachzujagen, und fang an, echte Probleme zu lösen.

Als ersten Schritt lade ich dich ein, diese Hebel für dich zu definieren. Nutze dieses einfache Formular, um deinen persönlichen Schmerzpunkt und einen möglichen Quick Win für dein Team festzuhalten. Das ist der erste Schritt, um vom Hype zum konkreten Business Case zu kommen.

➡️ Dein Startpunkt: Vom Hype zum Business Case

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P.S. Du möchtest die wichtigsten Erkenntnisse im Schnelldurchlauf erleben? Im folgenden Kurzvideo findest du die Kernpunkte dieses Newsletters kompakt zusammengefasst:

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