TFF #34: Daten + Emotion = Transformation

Diese Woche hat sich ein roter Faden durch alle Gespräche gezogen: Fakten allein bewegen wenig – erst wenn Daten auf Bedeutung treffen, entsteht Momentum. Genau das lehren uns drei Felder, die KMU jetzt zusammenführen sollten: Messbarkeit, Innovation und Governance.

Warum jetzt? Die Lage erzwingt Tempo.

Geopolitische Spannungen, neue Zölle und fragmentierte Lieferketten erhöhen die Unsicherheit – zugleich beschleunigt KI die Taktung der Entscheidungen. Der WEF Global Risks Report 2025 beschreibt eine „zunehmend fragmentierte Welt“, die kurzfristige Risiken (u. a. staatliche Konflikte) hochstuft. Der IWF warnt parallel vor anhaltenden Abwärtsrisiken durch Handelsspannungen und anziehende Tarife. Für KMU heisst das: agil planen, robuste Daten nutzen, Optionen offenhalten. 

Engpass Nr. 2 sind Fähigkeiten: In Europa melden 74 % der KMU konkrete Skills‑Lücken; fast jede zweite Firma kämpft mit der Digitalisierung. Training, Recruiting und KI‑gestützte Wissensarbeit werden zum Risiko.

🎙️ Du hörst lieber? Hier eine kurze, KI-generierte Audio-Zusammenfassung dieser Ausgabe:

KI-Investitionen und Sabotage: Warum die Goldgräberstimmung in Unternehmen zur Zerreißprobe wird

Kultur: Haltung ist der Multiplikator.

Transformation scheitert selten an Tools, sondern oft an Haltung. Entwicklungsforschung zeigt: Führung reift stufenweise; „Experten‑Logik“ (effizient, recht‑haben) trägt nur begrenzt – wirkungsvolle Transformation braucht „Strategen/Integrator“-Logiken (mehrperspektivisch, zweck‑ und systemorientiert). Du überspringst keine Stufen – du wächst hinein. 

Dass Emotionale Intelligenz messbar zur Leistung beiträgt, ist empirisch gut belegt (Meta‑Analyse): EI korreliert signifikant mit Job‑ und Führungserfolg – ergänzend zu IQ und Persönlichkeit. Kurz: Ohne emotionales Andocken bleiben Fakten kraftlos. 

Governance: KI bringt Transparenz – und Reibung.

In vielen Unternehmen erzeugt KI Spannungen zwischen Bereichen. Ein 2025er C‑Level‑Survey (n = 1’600) meldet: 68 % sehen Reibung, 42 % sprechen von „zerreissenden Effekten“ – und 80 % Erfolg mit formaler KI‑Strategie vs. 37 % ohne. Der Punkt ist nicht die Technik, sondern gemeinsame Spielregeln

Die C‑Suite übernimmt die Führung: 81 % nennen heute das Top‑Management als KI‑Treiber (2024: 53 %). Zudem meldet ein 2025‑Benchmark: ~ 33 % der Organisationen haben bereits einen Chief AI Officer. Boards experimentieren – bis hin zu AI‑Observern (z. B. „Aiden Insight“ bei IHC, UAE). 

Auch Aufsichtsgremien justieren ihre Arbeit: HBR zeigt, wie Pionier‑Boards KI zur Vorbereitung, Verdichtung und für strukturierte Debatten einsetzen – nicht als Ersatz, sondern als Diskurs‑Verstärker. Wie haben den Trend hier etwas weiter analysiert:

Mit KI im Führungsteam für Transparenz sorgen

3.98 MB • PDF File

Download

Daten + Emotion = Transformation

So lautet die Formel für die Praxis – denn am Ende gelingt eine positive Transformation nur, wenn Daten auf Begeisterung treffen:

  1. Daten (Fakten & Hebel): Instrumentiere dein Geschäft anhand weniger stichhaltiger Zahlen. Ziel: 3–5 Hebelmetriken, die 80 % des Ergebnisses erklären (z. B. Emissionen, Durchlaufzeiten, Reklamationen). McKinsey zeigt: Workflow‑Redesign ist der stärkste EBIT‑Hebel in Gen‑KI‑Programmen. 

  2. Emotion (Bedeutung & Beteiligung): Übersetze die Hebel in verständliche Wozu‑Stories. Richte Formate ein, die psychologische Sicherheit und Reflexion fördern (vom Experten‑ zum Integrator‑Modus). 

  3. Transformation (Governance & Rituale): Verankere Spielregeln, Rollen und Rhythmen: AI‑Policy, Daten‑Gatekeeper, Board‑Briefings, KPI‑Reviews. Das entschärft Reibung und hebt die Lernkurve (Strategie vor Tool). 

Dein nächster Schritt: Vom Wissen ins Tun kommen

Theorie ist wichtig, aber Praxis ist entscheidend. Wenn du diese Themen vertiefen und direkt umsetzen willst, lade ich dich zu unserem nächsten Workshop am KMU-Praxisforum der Universität Liechtenstein ein:

Workshop: Digitale Verantwortung und Nachhaltigkeit

Hier gehen wir am 11. November den nächsten Schritt:

  • Praxisblock 1: Nachhaltigkeit automatisiert messen (die Zahlen): Wir haben mit Tools wie n8n und Google AI Studio Instrumente entwickelt, die automatisiert und überprüfbar Berechnungen des Ressourcenverbrauchs und Compliance-Abgleiche durchführen – ein Schulterblick.

  • Praxisblock 2: Custom-GPT bauen und den Nutzen von KI erleben (Emotionen): Wir entwickeln gemeinsam kleine KI-Assistenten, die Anwendungsfälle der Teilnehmer lösen.

Du lernst, wie KI datenbasierte Entscheidungen erleichtert, wie du deine Firmenkultur für die digitale Transformation öffnest und wie du gezielte Massnahmen für eine produktive KI-Integration umsetzt.

➡️ Hier geht’s zur Anmeldung

P.S. Zum Abschluss noch etwas zum Nachdenken – das KI-Paradox:

Sind Sie bereit?

Wir sind froh, dass Sie gefragt haben! Vereinbaren Sie direkt einen Termin mit uns, um diesen wichtigen ersten Schritt des Innovationsprozesses zu beginnen – die Bedarfsanalyse. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zusammenzuarbeiten, um die Herausforderungen zu meistern und die digitale Innovation in Ihrem Unternehmen voranzutreiben.

Unser Blog

Neuester Beitrag

TFF #43: Das Produktivitäts-Paradox: Warum Engagement nicht reicht

Letzte Woche haben wir die Ergebnisse des Culture Compass 2026 ausgewertet. 540+ Führungskräfte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Ein Muster zieht sich durch die Ergebnisse hindurch. 42% der Organisationen haben eine dominante “Clan-Kultur”. Teamwork, Zusammenhalt, Familie. Gleichzeitig nennen 41% “bürokratische und langsame Entscheidungen” als grösste Schwäche. Das ist kein Widerspruch. Das ist […]

TFF #42: Startup-Kultur ins KMU bringen – ohne alles auf den Kopf zu stellen

Letzte Woche habe ich mit einem Geschäftsführer gesprochen. 40 Mitarbeitende, Industrie, seit 30 Jahren am Markt. Er sagte: “Ich sehe, was diese KI-Startups machen. Aber wir sind kein Startup. Wir können nicht alles riskieren.” Ich verstand ihn. Und gleichzeitig dachte ich: Das ist genau das Missverständnis, das viele KMU ausbremst. Die Frage ist nicht: Wie […]

TFF #41: Von 0 auf 200 Millionen: Was KMU vom schnellstwachsenden Startup Europas lernen können

Allen Leserinnen und Lesern ein gute neues Jahr! Ich starte 2026 mit einer Zahl, die mich nicht mehr loslässt: 200 Millionen Dollar Jahresumsatz. In weniger als 12 Monaten. Das schwedische Startup Lovable hat im Dezember seine Series B verkündet – eine zweite grosse Finanzierungsrunde, bei der Investoren 330 Millionen Dollar eingelegt haben. Bewertung: 6,6 Milliarden […]