5 Fundament-Steine, die jedes KMU braucht

Kürzlich sass ich mit Marco Weishaupt im Kloster St. Elisabeth in Schaan. Dicke Mauern, lange Geschichte. Zwischen uns: ein Jenga-Turm.

Marco hat mit b_smart die Hotellerie in der Region neu erfunden. 75 Hotels in ganz Europa. Ohne jemals Hotelier gewesen zu sein.

Und zwischen den Jenga-Zügen hat er seine Erfolgsrezepte erzählt, die für jedes KMU gelten — egal ob Hotel, Maschinenbau oder Beratung.

Das war die erste Folge des MMIND.ai Mastermind Podcasts. Und hier sind die fünf Fundament-Steine, die ich daraus mitnehme — als Prüfpunkte für dein eigenes Unternehmen.



Das Muster hinter dem Wachstum

2010 wollte Marco ein Hotel bauen. In Liechtenstein. Ohne Hotelausbildung, ohne Branchenwissen, ohne Playbook.

Sein Vorteil? Genau das.

Er kannte die ungeschriebenen Regeln nicht. Also hat er sie gebrochen. Rezeption abgeschafft. Self-Check-in eingeführt — vor 12 Jahren, als das noch niemand machte.

15 Jahre später: 75 Hotels, zwei Geschäftsbereiche, ein eigenes Technologie-Lab.

Klingt nach einer Einzelfall-Geschichte. Ist es nicht. Die Prinzipien dahinter tauchen in vielen KMU auf, die nachhaltig wachsen. Und sie erklären auch, warum manche Unternehmen bei der KI-Einführung vorankommen — und andere nicht.


5 Fundament-Steine für nachhaltiges KMU-Wachstum

① Werte + Team schlagen Business-Plan

Marcos erster Reflex auf die Frage nach dem Fundament: „Teamleistung.” Sein zweiter: „Haltung und Philosophie.”

Nicht der Business-Plan. Nicht die Finanzierung. Nicht die Technologie.

Geschäftsmodelle sind austauschbar. Märkte verändern sich. Was konstant bleibt, sind die Werte, mit denen du Entscheidungen triffst.

Spannend: Die gleichen Aktionäre, die gleichen Verwaltungsräte, die ersten Mitarbeiter von 2014 — alle noch da. Vieles dazwischen ist gekommen und gegangen. Aber das Fundament steht.

Dein Prüfstein: Bevor du das nächste Tool einführst, frag dich: Stimmt die Grundhaltung im Team? Kein Tool kompensiert fehlende Klarheit über Werte und Richtung. Unsere Culture Compass Studie (2026) zeigt: 91% der Führungskräfte sehen Kommunikation als wichtigste Kompetenz — noch vor KI-Literacy. Werte müssen kommuniziert werden, damit sie wirken.


② Anfängergeist als Startvorteil

Marco wusste nicht, wie man ein Hotel führt. Also hat er es anders gemacht als andere.

Kein Empfang. Kein 24-Stunden-Personal an der Rezeption. Stattdessen: Technologie, die dem Gast Freiheit gibt.

Wer die Regeln nicht kennt, bricht sie leichter. Das ist kein Freibrief für Planlosigkeit. Aber es ist eine Einladung, die eigenen Annahmen zu hinterfragen.

Dein Prüfstein: Wenn du KI einführst, ist es manchmal besser, den Praktikanten fragen zu lassen als den Abteilungsleiter. Wer keine „das haben wir schon immer so gemacht”-Brille trägt, sieht Möglichkeiten, die andere übersehen. In unserer Arbeit mit über 200 Teams sehen wir: Die besten KI-Ideen kommen selten aus der IT-Abteilung — sondern von den Leuten, die täglich mit dem Problem leben.


③ Wachstum braucht Phasen — nicht nur Speed

Marco beschreibt drei Phasen, die jedes wachsende KMU durchläuft:

Phase 1 — Jugend: Startup-Groove. Kleines Team, kaum Sitzungen, kaum Abstimmung. Hochrentabel, weil man alles im Vorbeigehen erledigt.

Phase 2 — Teenager: Wahnsinniges Wachstum. Aber die Strukturen halten nicht mit. Entscheidungsgremien werden träge. „Nicht wegen der Leute”, sagt Marco. „Wegen der Struktur.”

Phase 3 — Junge Erwachsene: Die Balance gefunden. Unternehmerspirit zurückerobert, aber mit Überlegung. Beide Typen haben Platz: der Strukturierte und der Opportunist.

Dein Prüfstein: In welcher Phase steckt dein Unternehmen? Was in Phase 1 funktioniert (Schnelligkeit, Improvisation), wird in Phase 2 zum Problem. Und was in Phase 2 nötig ist (Struktur, Prozesse), darf in Phase 3 nicht zur Bürokratie werden. Dasselbe gilt für KI: In der Experimentierphase brauchst du Freiheit. In der Skalierung brauchst du Workflows.


④ Trenne Tagesgeschäft und Entwicklung

Einer kluger Zug: b_smart hat eine separate Firma (Conerum) gegründet, nur für Wachstum. Standorte suchen, Verträge verhandeln, Umbauten managen.

Damit konnte das Kernteam sich aufs Tagesgeschäft konzentrieren.

Marcos Erkenntnis: „Projektgeschäft und Operativgeschäft unter einen Hut zu bringen — das ist wahrscheinlich das Allerschwierigste.”

Dein Prüfstein: Wenn du KI einführen willst, mach es nicht „nebenbei”. Gib jemandem den expliziten Auftrag, sich um die Implementierung zu kümmern — während der Rest das Tagesgeschäft am Laufen hält. Sonst gewinnt immer das Operative. Und du kommst nie über die Pilotphase hinaus.

Die Zahlen bestätigen das: 88% der Unternehmen nutzen KI. Aber nur 23% kommen über die Pilotphase hinaus. Fehlende Verantwortlichkeit ist einer der häufigsten Gründe.


⑤ Das grösste Risiko: wenn es gut läuft

Das hat mich am meisten überrascht. Marco sagt: „Am meisten Risk Management brauchst du, wenn es läuft.”

Warum? Wenn es nicht läuft, hinterfragst du automatisch alles. Du bist mit kritischer Brille unterwegs.

Aber wenn es läuft? Dann entsteht Selbstgefälligkeit. Unterbewusst. Du denkst, du kannst alles. Und genau dann passieren die teuersten Fehler.

Dein Prüfstein: Wenn dein aktueller Prozess „gut genug” funktioniert, ist das der gefährlichste Moment. „Gut genug” ist der Feind von „deutlich besser”. Die besten Teams optimieren, wenn sie gewinnen — nicht erst, wenn sie verlieren. Im Sport heisst das Marginal Gains. Im Unternehmen heisst das Kaizen.



Der rote Faden

Fünf Fundament-Steine. Ein Muster.

Marco hat b_smart nicht mit einem 18-Monats-Transformationsprogramm aufgebaut. Sondern Schritt für Schritt. Stein für Stein. Wie bei Jenga — einen Klotz herausnehmen, oben wieder drauflegen. Und dabei lernen, welche Steine man besser nicht bewegt.

Sein Leitsatz seit 15 Jahren: „Wer keinen Fehler macht, macht den grössten Fehler.”

Das gilt für die Hotellerie. Und es gilt für die KI-Einführung in deinem Unternehmen. Nicht das perfekte Tool entscheidet. Sondern ob du die Grundlagen im Griff hast: Werte, Offenheit, Phasen-Bewusstsein, klare Verantwortlichkeiten und die Bereitschaft, auch bei Rückenwind kritisch zu bleiben.


Einladung

🎙️ Den kompletten Podcast hören: Die erste Folge des MMIND.ai Mastermind Podcasts mit Marco Weishaupt — „Klosterbeben” — findest du auf Youtube. 47 Minuten, ein Jenga-Turm und fünf Fundament-Steine für dein KMU.

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