Führung & AI
Kommunikation neu gedacht 2026: Ein CEO-Guide für Führung mit AI
AI kann einen grösseren Teil der Informationslast tragen. Führung muss weiterhin Klarheit schaffen, entscheiden, Widerspruch bearbeiten und Veränderung eine Richtung geben.
23. Juli 2026

2021 habe ich gemeinsam mit Donatus Grütter, Diana Oser und Frank Thiele das Buch _Kommunikation neu gedacht_ veröffentlicht. Wir schrieben es während der Pandemie und dachten, wir hätten eine grosse Veränderung der Arbeitswelt bereits erlebt.
Wir standen erst am Anfang.
AI erstellt heute Entwürfe, sucht, fasst zusammen und analysiert in Minuten. Das nimmt uns einen Teil der Informationslast ab. Die Führungsaufgabe verschwindet damit nicht. Jemand muss weiterhin erklären, warum sich Arbeit verändert, bei unvollständiger Evidenz entscheiden, bei Bedenken zuhören und festlegen, wie AI eingesetzt werden darf.
Deshalb habe ich eine neue Ausgabe für 2026 geschrieben: Kommunikation neu gedacht: Der CEO-Guide für Führung mit AI.
Den deutschen CEO-Guide 2026 erhalten
Die zentrale Idee
Der Guide beginnt mit einem Satz:
AI trägt die Informationslast. Die Kommunikationslast trägst du.
Das ist kein Argument gegen AI. Ich nutze sie jeden Tag für Recherche, Texte, Softwareentwicklung und die Organisation meiner Arbeit. Es ist ein Argument dafür, die Technologie an der richtigen Stelle einzusetzen.
AI kann Informationen leichter auffindbar machen. Sie kann nicht entscheiden, wofür deine Organisation steht. Sie kann Optionen vorbereiten. Sie kann keine Verantwortung für den Entscheid übernehmen. Sie kann ein schwieriges Gespräch simulieren. Vertrauen zur Person am anderen Ende des Tisches muss weiterhin ein Mensch aufbauen.
Je leistungsfähiger die Systeme werden, desto sichtbarer werden diese menschlichen Aufgaben.
Warum Kommunikation zum Engpass geworden ist
Der Culture Compass 2026 zeigt eine Kombination, die viele Führungsteams kennen: hohes Engagement und gleichzeitig langsame, bürokratische Entscheide. In derselben Studie nannten 91 Prozent der Befragten Kommunikation und Überzeugungsfähigkeit als wichtige Zukunftskompetenzen.
Die State-of-Teams-Studie von Atlassian zeigt einen weiteren Teil des Problems. Führungskräfte und Teams verbringen ein Viertel ihrer Zeit mit der Suche nach Antworten. Die Information ist häufig vorhanden. Sie liegt aber verstreut in Besprechungen, Nachrichten, Ordnern und den Köpfen einzelner Menschen.
AI kann diese Suche verkürzen. Ein Assistent, der mit unklaren Zuständigkeiten, widersprüchlichen Dokumenten und schlecht nachvollziehbaren Entscheiden verbunden wird, produziert jedoch nur schneller Verwirrung. Kommunikationssystem und AI-System müssen gemeinsam gestaltet werden.
Was im neuen Guide steckt
Der deutsche Guide umfasst 34 Seiten und zehn praktische Kapitel. Jedes Kapitel stellt dieselben zwei Fragen: Was kann AI übernehmen, und was bleibt Führungsarbeit?
Es geht unter anderem um:
- den CEO als Communicator-in-Chief in einer AI-gestützten Organisation
- Zuhören auf vier Ebenen und die Frage, was menschlich bleiben sollte
- schnellere Besprechungen und Entscheide ohne Konsens-Falle
- schwierige Gespräche, Purpose und eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden
- Design Thinking und Open Innovation mit AI
- den CEO als Orchestrator von Menschen, Wissen, Werkzeugen und Agents
- einen 30-Tage-Plan, der aus Ideen belastbare Gewohnheiten macht
Der Guide enthält auch das vollständige Quellenverzeichnis. Aktuelle Aussagen stützen sich auf Studien und Berichte aus den Jahren 2025 und 2026. Ältere Werke, darunter _The Oxford Handbook of Open Innovation_ und das ursprüngliche Buch, sind klar als methodische Grundlagen gekennzeichnet.
Open Innovation verändert sich durch AI
Open Innovation war bisher durch die Kosten begrenzt, Ideen ausserhalb der eigenen Organisation zu finden und zu bewerten. AI verändert diese Suche. Ein kleines Team kann Forschung, Patente, Start-ups, Kundengespräche, interne Dokumente und angrenzende Märkte wesentlich breiter untersuchen als früher.
Der schwierige Teil verschiebt sich. Es geht nicht mehr nur darum, Signale zu finden. Führung muss klären, welchen Quellen sie vertraut, welche Fragen wichtig sind, wer den Entscheid verantwortet und welches Wissen in ein externes System gelangen darf.
Open Innovation mit AI ist deshalb auch eine Kommunikationsdisziplin. Sie braucht klare Aufträge, sichtbare Annahmen, geschütztes Wissen und Gespräche mit den Menschen, die von einem Ergebnis betroffen sind.
Mit 30 Tagen beginnen, nicht mit einem Transformationsprogramm
Das letzte Kapitel schlägt einen bewusst kleinen Start vor:
- Woche 1: Kommunikation prüfen und die eigene AI-Nutzung sichtbar machen.
- Woche 2: besser zuhören und ein schwieriges Gespräch vorbereiten.
- Woche 3: einen Entscheid im Konsent treffen und einen AI-Scanning-Sprint durchführen.
- Woche 4: Purpose klären und einen geschützten Raum für Experimente schaffen.
Nach 30 Tagen ist die Organisation nicht transformiert. Sie hat aber Evidenz gesammelt. Einige neue Gewohnheiten sind wertvoller als eine Präsentation mit vierzehn Folien, die den Arbeitsalltag nie erreicht.
So erhältst du den Guide
Der Guide ist für Abonnentinnen und Abonnenten der AI Field Notes kostenlos. Wähle auf der Buchseite die deutsche Version, melde dich an und bestätige deine E-Mail-Adresse. Listmonk versendet danach automatisch den Download-Link.
Kommunikation neu gedacht 2026 per E-Mail erhalten
Die AI Field Notes erscheinen freitags mit einer praktischen Notiz zu KI-Strategie, Open Innovation, besseren Entscheidungen, neuen Geschäftsmodellen und vertrauenswürdigen Systemen für den Arbeitsalltag. Keine tägliche E-Mail-Serie und keine allgemeinen KI-News.
Das ursprüngliche Buch fragte, wie Kommunikation Organisationen sinnorientierter, offener und entscheidungsfähiger machen kann. Der neue Guide behält diese Fragen und überträgt sie in den Arbeitskontext von 2026.
Die Technologie hat sich verändert. Die Notwendigkeit zu führen nicht.