
Wirtschaftliche Unsicherheit ist momentan das grösste Risiko.
Das sagen Führungskräfte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Die Culture Compass 2026 Studie (n=540) zeigt: In allen vier Ländern dominiert dieselbe Angst.
Und was priorisieren dieselben Führungskräfte als wichtigste Fähigkeit für ihre Teams?
Communication.
Das ist kein Widerspruch. Das ist eine Strategie.
In stabilen Zeiten kannst du mit mittelmässiger Kommunikation durchkommen. Die Prozesse tragen dich. In turbulenten Zeiten entscheidet die Qualität deiner Gespräche über Geschwindigkeit, Vertrauen und Anpassungsfähigkeit.
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Kommunikation – Der unterschätzte Hebel
The problem
Wirtschaftliche Unsicherheit lähmt Organisationen.
Teams ziehen sich zurück. Meetings werden länger, nicht kürzer. Entscheidungen werden aufgeschoben. Jeder wartet auf Klarheit – die nicht kommt.
Das Paradox: Europäische Unternehmen haben hohe Mitarbeiterbindung. Das ist die Stärke. Aber sie haben langsame Entscheidungsprozesse. Das ist die Schwäche.
Die Atlassian State of Teams 2025 Studie bestätigt: 96% der Executives sind unsicher, wie sie ihre Teams in dieser Situation führen sollen. Nicht wegen fehlender Tools. Nicht wegen fehlender Budgets. Wegen fehlender Kommunikationsroutinen, die Klarheit schaffen.
Hier liegt die Chance:
Kommunikation ist nicht ein “Soft Skill”. Kommunikation ist das Betriebssystem, auf dem alles andere läuft – inklusive KI.
Die OECD-Studie 2025 zu GenAI und KMU zeigt: Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeiten (46%) übertreffen Programmierung (37%) in KI-exponierten Kontexten.
Why?
Weil KI ein Verstärker ist. Die Qualität deiner Outputs hängt von der Qualität deiner Inputs ab. Klare Fragen stellen. Kontext liefern. Mehrdeutigkeit vermeiden.
Das gilt für Gespräche mit Menschen. Und es gilt für Gespräche mit KI.
Wir brauchen ein neues Kommunikationsverständnis, das beides verbindet.
Das Framework: Das Rad der positiven Kommunikation
Mirivel und Lyon haben über Jahrzehnte erforscht, was Führungskräfte tun, wenn sie auf ihrem Höchststand kommunizieren. Das Ergebnis ist ein Modell mit sechs Verhaltensweisen.
Forschung zeigt: Diese sechs Verhaltensweisen erklären über 97% der transformativen Gespräche, die Menschen erleben.
Hier sind die vier, die ich für den Führungsalltag am relevantesten finde – mit einer Übersetzung für den Umgang mit KI:
1. Grüssen – Verbindung schaffen
Mit Menschen: Klingt banal. Ist es nicht.
Eine neuseeländische Langzeitstudie analysierte tausende Stunden Arbeitsplatz-Kommunikation. Das Ergebnis: In Organisationen mit hohem Konflikt begannen die meisten E-Mails ohne Begrüssung. In positiven Organisationen sahen dieselben E-Mails so aus:
“Hallo zusammen, ich hoffe, ihr hattet einen guten Tag. Nur eine kurze Erinnerung, dass unser Meeting am Freitag um 17:00 Uhr stattfindet.”
Der Informationsgehalt ist identisch. Der Beziehungseffekt ist dramatisch unterschiedlich.
Mit KI: Kontext ist die Begrüssung. Statt direkt eine Frage zu stellen, beginne mit: “Ich arbeite an X. Mein Ziel ist Y. Hier ist der Hintergrund…”
Das ist keine Höflichkeit. Das ist Präzision.
2. Fragen – Entdecken statt Verkünden
Mit Menschen: Peter Drucker sagte: “Der Leader der Vergangenheit war jemand, der wusste, wie man sagt. Der Leader der Zukunft wird jemand sein, der weiss, wie man fragt.”
Das Problem: Nur 6% aller Kommunikation sind Fragen. Aber 60% dessen, was wir sagen, ist eine Antwort auf Fragen.
Fragen formen das Gespräch. Geschlossene Fragen erzeugen Ein-Wort-Antworten. Offene Fragen öffnen Räume.
Mit KI: Dieselbe Logik gilt. “Schreib mir einen Text über X” liefert generische Ergebnisse. “Was sind die drei überraschendsten Erkenntnisse zu X, die die meisten übersehen?” öffnet neue Perspektiven.
Fragen steuern Qualität – bei Menschen und bei Maschinen.
Ersetze in deinem nächsten Meeting drei geschlossene Fragen durch offene. Und teste dieselbe Technik bei deinem nächsten KI-Dialog.
3. Offenbaren – Authentizität zeigen
Mit Menschen: 52% der CEOs berichten von häufiger Einsamkeit. Die Ursache: selbstauferlegte soziale Distanz.
Das Gegenmittel ist kontrollierte Offenheit. Teile eine persönliche Erfahrung, einen Fehler, etwas das dich bewegt hat. Nicht als Schwäche. Als Verbindung.
Mit KI: Offenbare deine Unsicherheit. “Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Ansatz richtig ist” oder “Hier fehlt mir Expertise” führt zu besseren Antworten als vorgetäuschte Sicherheit.
KI-Systeme reagieren auf Klarheit – auch auf die Klarheit über das, was du nicht weisst.
Beginne deinen nächsten KI-Prompt mit dem, was du noch nicht verstehst.
4. Zuhören – Unterschiede überbrücken
Mit Menschen: Wir hören oft, um zu antworten. Nicht, um zu verstehen.
Mirivel und Lyon beschreiben “aktiv-empathisches Zuhören” in drei Schritten:
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Spüren: Volle Aufmerksamkeit. Telefon weg.
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Verarbeiten: Rückfragen stellen. “Erzähl mir mehr darüber.”
-
Reagieren: Zusammenfassen. “Wenn ich dich richtig verstanden habe…”
Mit KI: Lies die Antwort vollständig, bevor du weiterfragst. Fasse zusammen, was du verstanden hast. Korrigiere Missverständnisse explizit.
Die Microsoft-Forschung zeigt: Multi-Turn-Interaktionen steigern den Aufgabenerfolg um 18,5%. Das ist kein Tech-Trick. Das ist Dialog-Kompetenz.
Buchempfehlung: “Positive Communication for Leaders”
Mirivel, J. C. & Lyon, A. (2023). Positive Communication for Leaders: Proven Strategies for Inspiring Unity and Effecting Change. Rowman & Littlefield.
Was mich überzeugt hat:
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Forschungsbasiert: Jede Empfehlung ist mit Studien belegt.
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Sofort umsetzbar: Jedes Kapitel endet mit konkreten Checklisten.
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Zeitgemäss: Die Autoren adressieren Remote-Arbeit und virtuelle Meetings.
Kommunikation ist das Betriebssystem. KI ist nur eine App.
Wenn das Betriebssystem nicht funktioniert, hilft auch die beste App nicht.
KI und Kommunikation stehen im Fokus des nächsten KI-Cafés für Führungskräfte am 11. März in Schaan. Zudem geben wir einen Einblick, wie man mit Hilfe von ChatGPT, Microsoft Copilot und Atlassian Rovo grosse Datensätze – qualitativ und quantitativ – analysiert und im Zeitraffer Einblicke und neue Erkenntnisse gewinnt. Hier geht’s zu Anmeldung.
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