AI & Innovation
Was aus gemeinsamem KI-Lernen entstehen kann: ein Jahr Erasmus+ MMIND
Ein Vermittlungsprototyp, ein Compliance-Whitepaper und Geschäftsmodelle junger Gründer/innen: Was unser Erasmus+ Projekt hervorgebracht hat und welche Materialien jetzt zum Weiterarbeiten bereitstehen.
14. Oktober 2026



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Wie wird aus einer betrieblichen Frage ein Vorhaben, an dem ein Team tatsächlich weiterarbeiten kann? Diese Frage hat uns durch ein Jahr Erasmus+ MMIND begleitet. Beim Fachkräftebedarf entstand daraus RheinTalent.li. In der Compliance wurde daraus ein Whitepaper mit priorisierten Anwendungen und Regeln für den verantwortlichen KI-Einsatz. In München entwickelten junge Gründer/innen aus ihren Ideen Geschäftsmodelle und erste Prototypen.
Für mich zeigen diese Ergebnisse, was gemeinsames KI-Lernen leisten kann: Menschen bringen ihr Fachwissen ein, prüfen Annahmen und machen einen nächsten Schritt sichtbar. KI hilft bei Recherche, Strukturierung und Entwürfen. Ob das Ergebnis trägt, klärt sich im Austausch mit anderen.
Zwei Mastermind-Gruppen, zwei konkrete Ergebnisse
Die Gruppe «Zukunft der Arbeit» begann beim Fachkräftebedarf in der Region. In acht Arbeitstreffen entwickelte sie Zielkunden, Nutzenversprechen und Geschäftsmodell einer KI-gestützten Personalvermittlung. Daraus entstand der Prototyp RheinTalent.li.
Ein Prototyp macht eine Idee diskutierbar. Man kann Abläufe anschauen, Fragen stellen und eine Annahme an einer konkreten Oberfläche prüfen. Er belegt noch keinen Vermittlungserfolg. Genau diese Unterscheidung ist wichtig, wenn aus einem Lernprojekt ein tragfähiges Angebot werden soll.
Die zweite Gruppe, «KI & Compliance», arbeitete in fünf Treffen an einer anderen Ausgangslage: Wie können Fachpersonen KI für Recherche, Dokumentensuche und Reporting nutzen und die Verantwortung für ihre Entscheidungen behalten? Eine explorative Befragung von 32 Compliance-Verantwortlichen lieferte dafür Praxisfragen. Das Whitepaper ordnet Anwendungsfelder, beschreibt Beispiele und formuliert Governance-Empfehlungen. Die Befragung ist nicht repräsentativ; das Whitepaper ersetzt keine rechtliche Prüfung.
Beide Gruppen stellten ihre Ergebnisse beim KI-Café am 20. August in Schaan vor. Damit konnten auch Menschen ausserhalb der festen Gruppen sehen, woran gearbeitet wurde, und Rückfragen stellen.
München: Ideen gemeinsam belastbarer machen
Am 11. und 12. Juni arbeiteten 18 junge Gründer/innen in fünf Teams in Kooperation mit der LMU München an ihren Vorhaben. Zielkunden, Nutzenversprechen, Geschäftsmodell und priorisierte Annahmen bildeten die Grundlage für die weitere Entwicklung. Beim KI-Café am 16. Juni wurde der Austausch fortgesetzt.
Die Fotos zeigen zwei Teile dieses Prozesses: konzentrierte Arbeit in kleinen Gruppen und die Vorstellung eines Lösungsansatzes. Ein Pitch zwingt dazu, verständlich zu sagen, für wen ein Angebot gedacht ist und welches Problem es lösen soll. Die Rückfragen der anderen machen sichtbar, wo noch etwas offenbleibt.
Die dokumentierten Ergebnisse der fünf Teams machen diesen Entwicklungsprozess auch für andere Gründer/innen nachvollziehbar.
Vom Lernen zum eigenen Werkzeug
Zum Abschlussworkshop mit dockyard.ventures am 27. August in Bozen brachten wir dieselbe Arbeitsweise in wiederkehrende Unternehmensprozesse. Das Team entwickelte vier wiederverwendbare KI-Skills und zwei klickbare Prototypen, für den Unternehmensauftritt und die Zeiterfassung. Den Ablauf und die Ergebnisse der KI-Werft habe ich separat beschrieben.
Über das Projekt hinweg fanden im Strategie-Arbeitspaket elf Trainings mit 44 Erwachsenen statt. Zehn Fallstudien dokumentieren, wie unterschiedliche Unternehmen und Teams mit den Methoden gearbeitet haben. Dazu kamen die Mastermind-Gruppen, weitere Trainings und der offene Austausch in den KI-Cafés.
Die wiederholte Arbeit an einer eigenen Frage war dabei besonders wertvoll. Ein Team konnte einen Entwurf mitbringen, ihn gemeinsam prüfen und beim nächsten Treffen zeigen, was daraus geworden war.
Die Ergebnisse stehen zum Weiterarbeiten bereit
Auf der MMIND-Projektseite haben wir acht öffentliche Ergebnispakete zusammengestellt. Sie führen von der Projektübersicht über den Knowledge Hub und SPARK bis zu Werkzeugen, Trainingsformaten, Strategiearbeit, den beiden Mastermind-Ergebnissen und dem Münchner Startup-Sprint.
MMIND.space bleibt die zentrale Anlaufstelle für dieses Wissen. SPARK umfasst fünf Lernmodule; die Toolkit-Sammlung enthält fünf Toolkits mit 15 Assistenten. Die Materialien erläutern auch Zugang, Voraussetzungen und Nutzungsgrenzen. Bestehende Methoden und externe Werkzeuge behalten ihre jeweiligen Rechte und Bedingungen.
Wer selbst einen KI-Lernprozess aufsetzen möchte, kann mit einer echten Frage aus dem eigenen Betrieb beginnen. Ein kleines Team, ein prüfbarer Entwurf und ein vereinbarter nächster Arbeitstermin sind ein guter Ausgangspunkt. Die Ergebnispakete helfen dabei, den Ablauf vorzubereiten.
Projekt und Förderung
MMIND: Mastering AI with Training, Tools & Peer Learning lief vom 1. September 2025 bis zum 31. August 2026. Partner waren Hübner Management GmbH, datalucid gmbh, Vegaluna GmbH, dockyard.ventures GmbH und Factor Product GmbH aus Liechtenstein, Österreich und Deutschland.
Das Projekt wurde im Programm Erasmus+ von der Europäischen Union kofinanziert. Projektnummer: 2025-1-LI01-KA220-ADU-000357904. Dieser Beitrag stellt die Ergebnisse nach Abschluss des Projekts vor.

Kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäusserten Ansichten und Meinungen sind ausschliesslich diejenigen der Verfasser und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union oder der AIBA wider. Weder die Europäische Union noch die AIBA können dafür verantwortlich gemacht werden.